Shoppen

Regie: Ralf Westhoff, Deutschland, 2007

Deutschland, 2007


Stab und Besetzung

Produzent Florian Deyle
Florian Deyle
Florian Deyle
Regisseur Florian Deyle
Drehbuch Florian Deyle
Kamera Florian Deyle
Florian Deyle
Musik Florian Deyle
Schnitt Uli Schön
Architekt Uli Schön
Kostümbild Uli Schön
Tonmeister Uli Schön
Darsteller Sebastian Weber [Jörg]
Sebastian Weber [Susanne]
Sebastian Weber [Patrick]
Katharina Schubert [Isabella]
Katharina Schubert [Frank]
Katharina Schubert [Susanna]
Matthias Bundschuh [Thorsten]
Matthias Bundschuh [Markus]
Matthias Bundschuh [Jens]
Mediha Cetin [Mediha]
Mediha Cetin [Jasmin]
Mediha Cetin [Jule]
Thomas Limpinsel [Egon]
Christian Pfeil [Falk]
Wilm Roil [Veranstalter]
Wilm Roil [Katharina]
Kathrin von Steinburg [Miriam]
Kathrin von Steinburg [Irina]
Stephan Zinner [Jürgen]

Technische Angaben
Technische Info: Format: 35 mm - Farbe,Länge: 95 Minuten
Tonsystem: Ton

Inhaltsangabe
München. Neun Frauen, neun Männer und 18 Träume vom perfekten Partner. Ein Kennenlernevent, bei dem fremde Menschen im Fünf-Minuten-Takt einander vorgestellt werden. Im Rennen gegen den Sekundenzeiger geht es darum, sich optimal zu verkaufen, während man den anderen taxiert. Alle setzen ihre Hoffnungen auf Speed-Dating, alle treffen sich dazu in einem weiss getünchten Raum. Damit sind die Gemeinsamkeiten auch schon erschöpft. Es geht um Cappuccino, Lawinen, Kinderwunsch, Konsumverhalten und Allergien, um Linienbusse, Dieselrussfilter, Obstkisten, unfruchtbare und fruchtbare Tage, um Schnäppchen und Designerstücke und um das Alleinsein. Zeit, zimperlich zu sein, bleibt keine, schliesslich geht es darum, die Liebe fürs Leben zu finden. Ein Porträt der 30-plus-x-Singlegeneration in München. (Arte Presse)

Kritiken : Fast Food-Liebe

«Ralf Westhoffs Film "Shoppen" ist genauso eine lustige und oberflächliche Angelegenheit wie das Speed-Dating (eine Art "Reise nach Jerusalem" zur Paarungsanbahnung), das er sich zum Sujet genommen hat. Vor der Kamera ist praktisch der erweiterte Nachwuchs der Münchner Kammerspiele versammelt, um anhand einer oder zweier kurzer Szenen die meist unbefriedigende Beziehungslage eines Münchner Singles zu porträtieren, und alle begegnen sie sich dann zur Mitte des Films, um in jeweils fünf Minuten zu entscheiden, ob sie eine/n von den anderen wiedersehen wollen.

Eine mögliche Haltung zu diesem, naja, Trend interessiert Westhoff eher nicht, vielmehr bietet das Setting den idealen Rahmen für ausgiebige Ensembleinszenierung. Tatsächlich wirkt das Speed-Dating wie eine Improvisationsübung auf der Schauspielschule; eine vorgegebene Situation, aus der die Darsteller mit ihren Vorstellungen vom Singledasein Dialog herzustellen versuchen und dabei genüßlich nichts anderes als Klischees zur Schau stellen. Aber improvisiert ist hier natürlich nichts, der Autor und Regisseur hat seine Einfälle zu einer pointensicheren Typenschau kondensiert, und weil die gezeigten Typen sich nicht nur optisch sehr einfach auseinanderhalten lassen (bei einer so speziellen Form des Kontakteknüpfens wird man in Wirklichkeit vermutlich weit weniger heterogen disponierte Typen antreffen als der Film suggeriert), verweilt die Kamera nie allzu lange bei einem einzelnen, gönnt der Film sich und uns nur hin und wieder eine Pause, wenn zur Andeutung der verstreichenden Zeit der Dialog durch Musik ersetzt wird und die Kamera zwischen den sich Unterhaltenden herfährt (mit solchen Videoclip-Sequenzen hat schon "Baywatch" Zeit geschunden). Der ganze Film ist schon geradezu krampfhaft um Kurzweil bemüht, und langweilig wird's auch wirklich nicht; nur daß eben das Spiel der Darsteller wie die Inszenierung des Films den Charakter des Lehrbuchhaften, der fehlerfreien Abschlußprüfung nicht loswerden. Ist ja gut, wenn in einer knappen Einstellung schon eine gewisse Vorstellung von Temperament oder gar Charakter der gezeigten Figur erzeugt wird, aber doch nur, damit mit dieser Figur, mit unserem Bild von ihr, in der Folgezeit etwas passiert.

In "Shoppen" werden nur die Inhalte verschiedener Schubladen miteinander kombiniert, und Unerwartetes ergibt sich allenfalls im letzten Teil des Films, wenn sich diejenigen, die sich übereinstimmend für ein Wiedersehen entschieden haben, erneut begegnen. Nett, aber zu harmlos für große Komik, zu flach für echtes Drama. Ohne Zweifel können wir jedenfalls den Ungeist hinter Buch, Regie und auch dem Speed-Dating selbst benennen: Er heißt Ökonomie. Aber manchmal speist halt auch der Münchner lieber bei McDonald's als bei Feinkost Käfer.» (Thomas Warnecke, Schnitt)

«(...) In Westhoffs überaus ökonomischem Erstlingswerk treffen sich die nach einem Partner suchenden Singles nicht wie eigentlich üblich in einem größeren Nebenraum einer Kneipe oder eines Restaurants. Sie kommen stattdessen gleich in einem beinahe leeren, durch und durch aseptischen Raum zusammen. Dort sitzen sie sich dann wie Kombattanten direkt gegenüber, nicht einmal ein kleines Tischchen steht zwischen ihnen. Neun Frauen treffen so auf neun Männer. Sie haben jeweils fünf Minuten Zeit, um ihr Gegenüber kennen zu lernen und sich selbst ins rechte Licht zu setzen. Dann kommt das Signal des Veranstalters; und die Männer müssen einen Platz weiterrücken. (...)

Westhoff konzentriert sich in Shoppen vor allem auf den Speed Dating-Nachmittag. Zunächst führt er seine 18 Charaktere, die alle von Theaterschauspielern verkörpert werden, die man noch nicht so häufig auf der Leinwand oder im Fernsehen gesehen hat, zwar kurz in deren gewohntem Umfeld ein. Doch das ist nur ein kurzes Vorspiel. So erleichtert Westhoff dem Betrachter die Orientierung, wenn sie dann alle auf dem Flirt-Schlachtfeld zusammentreffen. Er umreißt seine Figuren, gibt ihnen sehr klare, aber eben nur sehr elementare Konturen. Zu wieder erkennbaren Individuen werden sie erst später. Am Ende folgt schließlich noch eine Art Nachspiel, ein etwas längerer Epilog, der es Westhoff erlaubt, einige der späteren Begegnungen seiner Charaktere zu skizzieren. Aber letztlich bleibt alles offen. Der Markt hat seine eigenen Gesetze und seinen eigenen Willen. So wie es immer noch einen anderen, schöneren Schuh gibt, so verlässt selbst die, die noch einmal zusammenkommen, nicht die Sehnsucht nach einem anderen, für sie ,idealeren' Partner. Kleines Welttheater des Alltags

In den Rahmenszenen bedient Ralf Westhoff im Endeffekt nur die Konventionen, die in zahllosen romantischen Komödien um Großstadt-Singles und in Serien wie Sex and the City etabliert wurden. Dementsprechend vertraut ist einem auch das Personal seines Debüts, zu dem unter anderem eine nymphomanische Ernährungsberaterin, ein armes reiches Mädchen, eine schüchterne Krankenschwester, ein Möchtegern-Don Juan, ein Workaholic und ein militanter Autohasser gehören. Aber in seinem langen Mittelteil entwickelt Shoppen eine ganze eigene Dynamik.

Schon wie Ralf Westhoff den tristen, nichts sagenden Raum mit seinen beiden sich gegenüber stehenden Stuhlreihen inszeniert, hat etwas Atemberaubendes. Diese fast schon abstrakte Szenerie wird zu einem kleinen Welttheater, auf dessen Bühne sich fast all die alltäglichen Dramen unserer Zeit abspielen. Die Möglichkeiten, ein Gespräch zweier Menschen in Szene zu setzen, die sich für ein paar Minuten gegenseitig mustern und verbal abchecken, sind im Prinzip äußerst begrenzt. Aber Westhoff gelingt es, diese Situation durch einen eigenwilligen Schnittrhythmus und eine so freie wie präzise Kameraführung immer wieder aufzubrechen. Er gewinnt ihr erstaunliche Facetten und Nuancen ab und eröffnet seinen Schauspielern zugleich einen zweiten Raum, den sie sich mit ihrem Spiel erobern können. So werden aus archetypischen Figuren, die sich zunächst nur über ein oder zwei augenfällige Eigenschaften definieren, komplexe Charaktere.» (Sascha Westphal, FR, 10.5.2007)

«Ralf Westhoffs Langfilmdebüt konnte schon bei den Hofer Filmtagen auf sich aufmerksam machen. Dabei überzeugt der Film einerseits als unterhaltsame, temporeiche Komödie mit hoher Gag-Trefferquote, andererseits aufgrund seines in formaler Hinsicht beinahe dokumentarischen Ansatzes als aufschlussreiches Generationenporträt.» (Blickpunkt:Film)

Anmerkungen : «Mit seinem Erstlingsfilm "Shoppen" (2006) ist Ralf Westhoff eine Komödie gelungen, die durch ihr starkes Ensemble und ihren Dialog-Witz überzeugt. "Shoppen" ist ein mit intelligenten Pointen und lockerem Humor ausgestattete Komödie einer neuen Singlegeneration. Die "FAZ" lobte Westhoffs bemerkenswertes Talent für Dialoge und Timing.
Ralf Westhoff studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete später als Radioreporter und Nachrichtenredakteur.

Zwischen 2000 und 2004 entstanden drei preisgekrönte Kurzfilme: "Sonntag im September" (2000), "Der Plan des Herrn Thomascheck" (2003) und "Der Bananenkaktus" (2004). 2005 nahm er am Berlin Talent Campus teil. 2006 drehte Ralf Westhoff mit "Shoppen" seinen ersten Spielfilm, dessen Premiere 2006 bei den Internationalen Hofer Filmtagen stattfand. Dort wurde er als Publikumsliebling gefeiert. 2007 wurde er als bester Nachwuchsregisseur und für das beste Drehbuch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. 2008 war "Shoppen" in der Kategorie "Bester Spielfilm" und "Bestes Drehbuch" für den Deutschen Filmpreis nominiert.» (Claudia Gladziejewski, Arte Presse)

General Information

Shoppen is a motion picture produced in the year 2007 as a Deutschland production. The Film was directed by Ralf Westhoff, with Sebastian Weber, , , Katharina Schubert, , in the leading parts.

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