Bologna - Filmfestival 2009

Bologna - Il Cinema ritrovato


vom 27. Juni bis 4. Juli 2009

Reihe: Piazza

Il buono, il brutto, il cattivo

(The Good, The Bad and The Ugly), Regia:   Sergio Leone, Italia - 1966
Produttore: Alberto Grimaldi - Direttore: Sergio Leone - Scenaggiatore: Luciano Vincenzoni - Sergio Leone - Age - Furio Scarpelli - Direttore della Fotografia: Tonino Delli Colli - Musica: Ennio Morricone - Costumi: Carlo Simi - Interpreti: Eli Wallach Tuco - Lee Van Cleef Setenza - Rada Rassimov Maria - Luigi Pistilli Padre Ramirez - Livio Lorenzon Baker - Aldo Giuffrè - Clint Eastwood Joe - Mario Brega Wallace - Chelo Alonso - Antonio Molino Rojo Capt. Harper (AKA Molino Rocho) -
Sinossi (in Tedesco): Amerika, in den Wirren des Bürgerkriegs: Auf die Ergreifung des mexikanischen Verbrechers Tuco ist so viel Kopfgeld ausgesetzt, dass der geschwätzige Halunke sich entschlossen hat, die Belohnung selbst zu kassieren. Sein wortkarger, aber treffsicherer Partner Joe, genannt "der Blonde", liefert ihn dafür zunächst den Behörden aus und kassiert die Prämie. Anschließend befreit er Tuco, da er im letzten Moment den Galgenstrick durchschießt, an dem dieser aufgeknüpft werden soll. Als Tuco aufgrund des "Berufsrisikos" mehr als die Hälfte des Erlöses einfordert, kommt es zum Streit. Joe will seinen Partner in der Wüste verdursten lassen, doch Tuco überlebt und dreht den Spieß um. Dem Tod nahe, erfährt Joe von einem sterbenden Soldaten das Versteck eines 200.000-Dollar-Goldschatzes. Das Geld liegt in einem bestimmten Grab - doch allein Tuco weiß, auf welchem Friedhof das Grab sich befindet. Da sie die Dollars nur gemeinsam aufspüren können, werden die Todfeinde wider Willen zu Partnern und durchstehen eine Reihe von Abenteuern. Hinter dem Schatz ist auch der berechnende Killer Sentenza her, der den beiden seit geraumer Zeit folgt, um ihnen auf dem Friedhof aufzulauern. Joe, der als Einziger die genaue Lage des Schatzes kennt, schlägt einen Gunfight zu dritt vor.... (NDR Presse)
Riviste (in Tedesco): "Einer der erfolgreichsten Italowestern, toll gemacht, ironisch und reichlich brutal." (Gong) "Krönender, mit erfrischender Ironie inszenierter Abschluss von Sergio Leones legendärer DOLLAR-Trilogie, mit einzigartigem Soundtrack von Ennio Morricone." (tele) «Der Abschluss von Sergio Leones so genannter Dollar-Trilogie stellt seine Vorgänger "Für eine Handvoll Dollar" (1964) und "Für ein paar Dollar mehr" (1965) in den Schatten und zählt neben "Spiel mir das Lied vom Tod" zu den Klassikern des Italowesterns. Clint Eastwood kämpft als maulfauler Gunfighter um eine mit 200.000 Dollar gefüllte Regimentskasse, hinter der auch ein anderer Galgenvogel und ein Kopfgeldjäger her sind. Epische Shootouts von nie gesehener Qualität! Warum wir ihn lieben: Das finale Dreier-Duell auf dem Friedhof ist ganz großes Kino!» (Cinema, 2006)
Osservazione generali: "Nicht um "zwei glorreiche Halunken", sondern um deren drei - den "Guten", den "Hässlichen" und den "Bösen" - geht es in Sergio Leones klassischem Italo-Western "Il Buono, il Brutto, il Cattivo", der den Abschluss der sogenannten "Dollar-Trilogie" ("Per un pugno di dollari", "Per qualche dollaro in più") bildet. In Clint Eastwood, Eli Wallach und Lee van Cleef hat der Regisseur ein ebenso kontrastreiches wie überzeugendes Darsteller-Trio gefunden. Fernab der strahlenden Heldenepen, die John Ford und seine Hollywood-Kollegen in den 40er-und 50er-Jahren geschaffen haben, entwirft der augenzwinkernde Manierist Leone hier abermals einen Wilden Westen, der von Pragmatismus und Zynismus beherrscht wird und in dem nur bare Münze einen Wert hat. Mit den "Dollar"-Filmen zu Weltruhm gekommen ist Clint Eastwood, in dessen eigenen Western wie "High Plains Drifter", "Pale Rider" und "Unforgiven" noch der Einfluss des Grossmeisters Leone zu erkennen ist. (SF DRS Presse) "Regisseur Sergio Leone hat mit dem Film "Zwei glorreiche Halunken" sein Handwerk perfektioniert und - nach "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr" - seine Dollar-Trilogie zu einem fulminanten Abschluss geführt und mit ihr den Italo-Western begründet. "The Good, the Bad & the Ugly" - so der englische Originaltitel - gilt als einer der besten Western der Filmgeschichte. Die epischen Bilder von Kameramann Tonino Delli Colli und die unvergleichliche Musik von Ennio Morricone werden von Leone zu einer grandiosen Western-Oper verwoben, spannende Dynamik und fast quälend breite Inszenierung, Panorama-Aufnahmen und Close-Ups der markanten Gesichter wechseln einander ab bis sich die aufgestauten Emotionen in einem gnadenlosen Showdown auf dem Friedhof entladen. "Zwei glorreiche Halunken" war ein Meilenstein in Clint Eastwoods Karriere, die bisher beinahe 50 Jahre umfasst. Bevor ihn Sergio Leone nach Europa holte und mit ihm den Italo-Western kreierte, spielte er fast nur in kleinen Rollen für Universal. Doch nun hatte er ein unverwechselbares Image und war zum Western-Star (Hängt ihn höher, Westwärts zieht der Wind, Ein Fressen für die Geier) avanciert. 1971 gründete Clint Eastwood seine eigene Produktions-Gesellschaft Malpaso, und im selben Jahr stand er bei "Sadistico" auch erstmals hinter der Kamera, Don Siegels "Dirty Harry" wurde für Eastwood der zweite Leinwandcharakter mit dem man ihn identifizierte. Seit ihrer ersten gemeinsamen Filmrolle 1977 lebte Clint Eastwood beinahe für zehn Jahre mit der Schauspielerin und Regisseurin Sondra Locke zusammen. Mitte der 80er Jahre war er Bürgermeister in seinem Wohnort Carmel, in dem er noch heute mit seiner Frau Dina Ruiz und ihrer gemeinsamen Tochter Morgan wohnt. Einen riesigen Erfolg bei Kritik und Publikum hatte Eastwood mit seinem zehnten Western "Erbarmungslos", der über 100 Millionen Dollar einspielte und vier Oscars erhielt. Seine Bereitschaft, Risiken einzugehen und sich auf Neues einzulassen, ließ ihn die Rolle des Fotografen Robert Kincaid in "Die Brücken am Fluss" übernehmen, womit er Millionen Zuschauer begeisterte. " (ZDF Presse) "Der furios in Szene gesetzte Italowestern "Zwei glorreiche Halunken" bildet nach "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr" den krönenden Abschluss der berühmten "Dollar"-Trilogie. Sergio Leones ("Spiel mir das Lied vom Tod") humorvolle Ironisierung der Western-Klischees ist eine kunstvolle, visuell beeindruckende Stilübung, die nach 40 Jahren nichts von ihrem ästhetischen Reiz verloren hat. Unvergessen ist die schwelgende Musik Ennio Morricones, die nicht zuletzt durch eine einschlägige Tabakreklame zu einer der berühmtesten Westernmelodien schlechthin avancierte." (ARD Presse) Das Erste strahlte 2006 eine rekonstruierte und vervollständigte Fassung aus.

La Folla

(The Crowd), Regia:   King Vidor, Stati Uniti - 1927
Casa produtrice: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) (A King Vidor Production) - Distributtore: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) - Produttore: Irving Thalberg - Direttore: King Vidor - Scenaggiatore: John V.A. Weaver - Harry Behn - King Vidor - Basato: King Vidor - Direttore della Fotografia: Henry Sharp - Architetto-scenografo: Arnold Gillespie - Cedric Gibbons - Costumi: André-Ani - Stand Photos: Ruth Harriet Louise - Interpreti: Joseph W. Girard Member of Board of Directors (/xx/) - Chris-Pin Martin Worker in Hallway (/xx/) - Claude Payton Undetermined Secondary Role (/xx/) - Warner P. Richmond Mr. Sims - John's Father (/xx/) - Virginia Sale Mary's Sister-in-Law (/xx/) - Larry Steers Doctor (/xx/) - Sally Eilers Party Girl at Bert's Place (/xx/) - Johnny Downs John - Age 12 (/xx/) - Lucy Beaumont Mother - Eleanor Boardman Mary - Estelle Clark Jane - James Murray John Sims - Bert Roach Bert - Dell Henderson Dick - Freddie Burke Frederick Junior - Alice Mildred Puter Daughter - Sidney Bracey John's Supervisor (/xx/) - Daniel G. Tomlinson Jim -
Riviste (in Tedesco): «Geboren am 4. Juli 1900, versucht ein hoffnungsvoller junger Mann sein Glück in New York, bringt es aber nur zum namenlosen Angestellten in einem Grossraumbüro. Seine Träume zerrinnen im Verlauf von Jahren zwischen Eheproblemen, den Sorgen um seine Familie und endloser Arbeit ohne Aussicht auf Aufstieg. Authentische, teilweise mit versteckter Kamera gedrehte Aufnahmen von Manhattan sowie eine ungewöhnlich illusionslose Sicht des amerikanischen Traums haben diesem Film den Ruf eines sozialkritischen Ausnahmefalls und Meisterwerks des späten amerikanischen Stummfilms eingetragen.» (Andreas Furler, Programm Filmpodium, Juli/Aug. 2002)

«Ein Film, dem alle Ingredienzien eines Hollywood-Erfolges fehlen: keine Bösewichter, keine Actionszenen, kein Happy End, nicht einmal eine ordentliche dramatische Handlung. (…) Der Erzählstil ist betont nüchtern und direkt. Bei einigen Szenen wird der Versuch deutlich, durch eine bewusst ungewöhnliche Bildgestaltung symbolische Bezüge aufzubauen.» (Günter Giesenfeld, in: Reclam Filmklassiker)

«Die schauspielerischen Leistungen sind makellos, und erstaunliche Aussenaufnahmen in den verkehrsreichen New Yorker Strassen verleihen dieser zutiefst menschlichen Odyssee einen rauen Klang von Wahrheit.» (Tom Milne, Time Out Film Guide)

Una giornata di vacanza

(A day's pleasure), Regia:   Charles Chaplin, Stati Uniti - 1919
Casa produtrice: First National Pictures Inc. - Produttore: Charles Chaplin - Direttore: Charles Chaplin - Scenaggiatore: Charles Chaplin - Basato: Charles Chaplin - Direttore della Fotografia: Roland H. Totheroh - Montaggio: Charles Chaplin - Architetto-scenografo: Charles D. Hall - Interpreti: Charles Chaplin Il Padre di Famiglia - Edna Purviance La Moglie - Tom Wilson Il Marito grande e grosso - Babe London Sua Moglie - Loyal Underwood Il vecchietto arrabiato per la strada - Jackie Coogan Il bambino più piccolo - Henry Bergman Il Comandante del Batello / Un Poliziotto -
Riviste (in Tedesco): "In Chaplins Filmen spürt man jenen Filmsinn, den uns gewis- se ehrgeizige Streifen allzu leicht vergessen lassen. Chaplin, der die Eigengesetzlichkeit des Films entdeckt hat, beutet seine visuellen Themen aus wie Wagner musikalische Motive. Sehen Sie sich einmal A DAY’S PLEASURE an! Aus einem Klappstuhl, den er aufzustellen versucht, seinem feuerspeien- den kleinen Auto, einem Haufen dampfenden Teers holt er alle Komik heraus, die ihnen, ohne dass das Gleichgewicht der Farce gestört wird, abzugewinnen ist. Man sperre Chaplin in einen Keller, einen Kramladen, ein leeres Zimmer; ich wette, er würde auch hier sein Weltpublikum zu Lachorgien hinreissen. Chaplin ist der grösste Filmautor, von dem künftige Szenaristen lernen sollten. Über Chaplin scheint bereits alles gesagt. Eines ist jedoch noch immer unbekannt: dass Chaplin unser grösster dramatischer Dichter ist und ein einzigartiger Magier der Fiktion." (René Clair: Vom Stummfilm zum Tonfilm. München 1952)
Osservazione generali: Charlie Chaplin in einer ungewohnten Rolle als Familienvater, der mit seiner Frau und den Kindern einen Sonntagsausflug unternimmt. Mit dem Auto fahren sie zum Quai und verbringen einen Nachmittag auf einem Vergnügungsdampfer. Hier gibt es allerhand Aufregung, und als die Familie schliesslich wieder an Land geht, gibt es auf der Rückfahrt auch noch Ärger mit der Polizei. Ein wenig bekanntes Nebenwerk von Chaplin, das während der Produktion von THE KID in wenigen Tagen abgedreht wurde. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Feu Mathias Pascal

Regia:   Marcel L'Herbier, Francia - 1925
Casa produtrice: Cinégraphic - Les Films Albatros - Produttore: Alexandre Kamenka - Direttore: Marcel L'Herbier - Scenaggiatore: Marcel L'Herbier - Basato: Luigi Pirandello play - Direttore della Fotografia: Fjodor Burgasov AKA Fédote Bourgassoff - Nicolas Roudakoff - Paul Guichard - Jean Letort - Architetto-scenografo: Alberto Cavalcanti - Lazare Meerson - Interpreti: Jimmy Berliet - Marthe Mellot Mme. Pascal - Ivan Mosjoukin Mathias Pascal - Marcelle Pradot Romilde - Michel Simon Jerôme Pomino - Lois Moran Adrienne Paleari - Pauline Carton Zia Scolastica - Jean Hervé Terence Papiano - Isaure Douvan Batta Maldagna - Madame Barsacq - Pierre Batcheff - Irma Perrot Sylvia Caporale -
Sinossi (in Tedesco): Mathias Pascal, Sohn einer ehemals wohlhabenden Familie, ist verarmt und muss sich als Bibliothekar verdingen. Er verliebt sich in die schöne Romilde und gewinnt ihre Hand. Aber seine Schwiegermutter terrorisiert ihn und vergiftet seine Ehe.

Mathias Pascal ist Sohn einer ehemals reichen Familie. Mittlerweile verarmt, lebt er mit seiner verwitweten Mutter in Milango, einer italienischen Kleinstadt. Er verliebt sich in die schöne Romilde und gewinnt ihre Hand, aber seine Schwiegermutter drangsaliert ihn und im Verlauf der Ehe scheint auch Romilde ihrer Mutter immer ähnlicher zu werden. Die einzige Freude im Leben des freiheitsliebenden Mathias ist seine kleine Tochter.

Eines Tages sucht eine Bekannte Romildes Anwesen auf, um Mathias zu informieren, dass seine geliebte Mutter schwer krank sei und ihre Enkelin gerne sehen würde. Mathias bekommt davon erst Wind, als es zu spät ist. Sowohl seine Mutter als auch die kleine Tochter sterben an einer schlimmen Krankheit. Nach diesem Schicksalsschlag flieht Mathias nach Monte Carlo, wo er Glück im Unglück hat: Er gewinnt viel Geld beim Roulette. Mit seinem neuen Reichtum macht er sich auf den Weg zurück in die Heimat. Doch auf der Zugfahrt liest er in einer Zeitung eine unglaubliche Nachricht: Man hält Mathias Pascal für tot. Aus Geldnot und Kummer soll er sich angeblich ertränkt haben.
Zunächst ist Mathias schockiert, doch dann beschliesst er, sich eine neue Identität zuzulegen, um die Sorgen seines alten Lebens hinter sich zu lassen. Er fährt nach Rom und mietet ein Zimmer bei der schönen Adrienne und ihrem Vater, der einen ausgeprägten Hang zum Okkultismus hat. Mathias gibt sich als Monsieur Adrien aus und verliebt sich in die Tochter des schrulligen Vermieters - doch die ist unglücklich verlobt.

Nach und nach macht er Bekanntschaft mit dem dubiosen Freundeskreis ihres Vaters und wird in dessen mysteriöse Séancen integriert. Die anfängliche Euphorie, die Mathias aufgrund der neugewonnenen Freiheit verspürte, klingt allmählich ab; Mathias beginnt, sich nach seiner alten Identität zu sehnen. Zudem findet er heraus, dass es eine Verbindung zwischen dem okkulten Freundeskreis des Vaters und dem abscheulichen Verlobten seiner geliebten Adrienne gibt ... (arte Presse)

Riviste (in Tedesco): Iwan Mosjoukine, der Star des Kino der Exilrussen im Paris der 20er Jahre, Alberto Cavalcanti, der für die Ausstattung und die Dekors verantwortlich zeichnete, und Marcel L'Herbier mit seinem ausgereiften Inszenierungsstil schufen mit ihrer Pirandello-Verfilmung einen Klassiker, der die Mittel des zeitgenössischen Avantgardekinos in einen erzählerischen Zusammenhang einbindet....

«Mit barovourösen Sequenzen vor realen Schauplätzen...» (tele 52/2010)
Osservazione generali: Marcel L'Herbier ist einer der mythischen französischen Regisseure der Stummfilmzeit. Ausgerechnet er, der Jura und Literatur studiert und den Film immer abgelehnt hat, wird im Ersten Weltkrieg in der Kinokompanie eingesetzt. Nachdem er "Forfaiture" (1915) von Cecil B. DeMille gesehen hat, ist seine Begeisterung für das Kino geboren. Noch im letzten Kriegsjahr dreht er seinen ersten Film unter Aufsicht des Propagandaministeriums. In einem theoretischen Aufsatz bezeichnet er das Kino als "Sprache", die zu den Massen spreche und von daher keine Kunst sei. Seine Stummfilme sind volksnahe Geschichten für die Leinwand in avantgardistischem Gewand: Ein MacOrlan schrieb schon mal das Drehbuch und Mallet-Stevens oder Léger lieferten die Entwürfe für die Bauten. Der 1921 entstandene Film "El Dorado" gilt als sein Meisterwerk.

Mit dem Tonfilm nimmt L'Herbiers Interesse für die Moderne der 20er Jahre und ihre ästhetischen Kodizes ab. "Entente cordiale", am Vorabend des Zweiten Weltkriegs entstanden, ist ein patriotischer Aufruf zur Mobilisierung. Unter der deutschen Besatzung wendet sich L'Herbier einem poetischen, der Realität den Rücken kehrenden Kino zu (La Nuit Fantastique, 1942). 1943 gründet er die Filmhochschule IDHEC und wird ihr erster Leiter. Nach dem Krieg engagiert sich L'Herbier für die französische Filmindustrie und nach 1952 arbeitet er beim Fernsehen. Marcel L'Herbier, Träger des Ordens der Légion d'Honneur, stirbt am 26. November 1979 im Alter von 91 Jahren. (arte Presse)

Una settimana

(One Week), Regia:   Edward F. Cline, Stati Uniti - 1920
Casa produtrice: Metro Pictures Corporation - Produttore: Joseph M. Schenck - Direttore: Edward F. Cline - Buster Keaton - Scenaggiatore: Edward F. Cline - Buster Keaton - Basato: Edward F. Cline - Buster Keaton - Direttore della Fotografia: Elgin Lessley - Montaggio: Buster Keaton - Interpreti: Sybil Sealey La Sposa - Joe Roberts Il Traslocatore - Buster Keaton Lo Sposo -

Scarpe rosse

(The Red shoes), Regia:   Emeric Pressburger, Granbretagna - 1948
Direttore: Emeric Pressburger - Michael Powell - Scenaggiatore: Michael Powell - Emeric Pressburger - Basato: Hans-Christian Andersen - Direttore della Fotografia: Jack Cardiff - Ausstattung: Hein Heckroth - Arredatore: Arthur Lawson - Interpreti: Austin Trevor Prof. Palmer - Gordon Litman Ike - Adolf Wohlbrück Boris Lermontov (AKA Anton Walbrook) - Ludmilla Tcherina Iliiana - Jean Short Terry - Moira Shearer Vicky Page - Leonide Massine Grisha Ljubov - R Helpman Ivan Boleslavsky - Marius Goring Julian Craster - Albert Bassermann Sergeij Ratov -
Sinossi (in Tedesco): Vicky Page tritt als junge Tänzerin der berühmten Lermontov Company bei, der die größten Tanztalente der Welt angehören. Boris Lermontov, Patriarch der Truppe, sieht in ihr eine zukünftige Primaballerina und verlangt ihr eiserne Disziplin ab. Vicky bekommt ihre Chance: Im Ballett "Die roten Schuhe" tanzt sie zur Musik von Julian Craster, einem jungen, von Lermontov geförderten Komponisten, und wird ein Star. Unentrinnbar sieht sie sich fortan zwischen zwei Leidenschaften hin- und hergerissen: Der Liebe zu dem Musiker Julian und der künstlerischen Hingabe an das Ballett und ihren autokratischen Lehrmeister und Impresario Lermontov. Die qualvoll aufgerüttelte Gefühlswelt der drei Menschen findet ihre Parallele in dem von ihnen aufgeführten Ballett, das auch eine surrealistische Sequenz enthält, in der das Mädchen von Furcht erregenden Monstern verfolgt wird. Eine Metapher für den psychologischen Druck, unter dem Vicky steht. Im Märchen - wie im richtigen Leben - tanzt sie sich in den Tod..... (Arte Presse)
Riviste (in Tedesco): "Der Film gehört zum schönsten, was je eine Kamera aufgenommen hat" (WAZ) "Überragende Ausstattung von Hein Heckrodt, Kultfilm für Ballettfreunde" (Gong Lexikon Filme im Fernsehen) "Ein farbenprächtiger Klassiker des Genres, der nicht nur für Ballettfreaks ein leichtfüssiges Vergnügen darstellt." (tele)
Osservazione generali: "Hintergrundinformationen: Ausgangspunkt und Zentrum des Films ist das Ballett "Die roten Schuhe" nach dem Märchen von Hans-Christian Andersen. Das Mädchen, das die Schuhe anzieht, muss tanzen, bis es vor Erschöpfung umfällt. Die Choreografie des Balletts stammt von Sir Robert Helpmann, dem späteren Startänzer und Choreografen der Royal Ballet Company, der in "Die roten Schuhe" die Rolle des Liebhabers tanzt. Ballett-Enthusiasten, die bis dahin immer beklagt hatten, dass die Choreografie im Raum auf der zweidimensionalen Leinwand nicht wiedergegeben werden könne, feierten den Film wie keinen anderen. Aber auch vom Ballett gänzlich unbeeindruckte Zuschauer kommen auf ihre Kosten. Mit Adolf Wohlbrück - der nach seiner Emigration aus Nazi-Deutschland unter dem Namen Anton Walbrook in England arbeitete - und der Tänzerin Moira Shearer ist der Film glänzend besetzt. Die suggestive, teilweise märchenhafte Handlung, die extravagante Inszenierung und ein wahrer Farbenrausch in Technicolor machten aus "Die roten Schuhe" einen Kultfilm." Die roten Schuhe" (1948) ist der größte Erfolg des Autoren-, Produktions- und Regieteams Michael Powell und Emeric Pressburger und der bis heute Bahn brechende Versuch, Musik, Ballett und Film zu verschmelzen. Auswahl aus der Zusammenarbeit von Michael Powell und Emeric Pressburger: "Ich weiß, wohin ich gehe" (1945), "Irrtum im Jenseits" (1946), "Die schwarze Narzisse" (1947), "Das dunkelrote Siegel" (1950), "Fledermaus 1955" (1955) und "Panzerschiff Graf Spee" (1956). Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Ein Meisterwerk des Ballettfilms, das alle filmischen Gestaltungsmöglichkeiten - vorab Kamera, Montage, Farben - bestens ausschöpft." (arte Presse)

Senso

Regia:   Luchino Visconti, Italia - 1954
Casa produtrice: Lux Film, Roma - Produttore: Domenico Forges Davanzati - Renato Gualino - Direttore: Luchino Visconti - Scenaggiatore: Suso Cecchi d'Amico - Luchino Visconti - Paul Bowles Dialoge - Giorgio Prosperi - Giorgio Bassani - Carl Alianello - Tennessee Williams Dialoge - Basato: Luchino Visconti - Suso Cecchi d'Amico - Camillo Boito novel - Direttore della Fotografia: G.R. Aldo - Robert Krasker - Kamera Assistent: Giuseppe Rotunno - Musica: Anton Bruckner Symphonie Nr. 7 - Giuseppe Verdi Il Trovatore - Montaggio: Mario Serandrei - Architetto-scenografo: Ottavio Scotti - Arredatore: Gino Brosio - Costumi: Piero Tosi - Marcel Escoffier - Interpreti: Sergio Fantoni Luca, un Patriota - Cristoforo de Hartungen Venezianischer Kommandant - Tino Bianchi Capitano Meucci - Alida Valli Gräfin Livia Serpieri - Marianna Leibl Gattin des österr. Generals - Marcella Mariani Clara, la prostituta - Christian Marquand Ufficiale Boemo - Farley Granger Lt. Franz Mahler - Rina Morelli Laura, la governante - Ernst Nadherny Comandante di piazza di Verona - Massimo Girotti Marchese Roberto Ussoni - Goliarda Sapienza Patriota - Tonio Selwart Colonello Kleist - Heinz Moog Graf Serpieri -
Riviste (in Tedesco): "Grosse historische Kinotragödie mit Bildkompositionen von aussergewöhnlicher Schönheit. Der erste in Italien produzierte Farbfilm" (tele)
"Kino von der Kostbarkeit eines alten Gobelins... einer der schönsten Filme aller Zeiten" (tip, Berlin)

Charlot in campagna

(Sunnyside), Regia:   Charles Chaplin, Stati Uniti - 1919
Casa produtrice: First National Pictures Inc. - Produttore: Charles Chaplin - Direttore: Charles Chaplin - Basato: Charles Chaplin - Direttore della Fotografia: Roland H. Totheroh - Montaggio: Charles Chaplin - Architetto-scenografo: Charles D. Hall - Interpreti: Loyal Underwood Il Padre del Bambino - Tom Wood Il Bambino corpulente - Tom Terriss Il Giovanotte di città - Henry Bergman Il Padre della Bella - Tom Wilson Il Padrone - Edna Purviance La Bella del villaggio - Charles Chaplin Lo sguattero tuttofare - Albert Austin -

Les Vacances de Monsieur Hulot

Regia:   Jacques Tati, Francia - 1953
Casa produtrice: Cady Films - Discina - Produttore: Fred Orain - Direttore di Produzione: Fred Orain - Direttore: Jacques Tati - Scenaggiatore: Jacques Tati - Henri Marquet - Direttore della Fotografia: Jacques Mercanton - Jean Mousselle - Musica: Alain Romans - Montaggio: Charles Bretoneiche - Architetto-scenografo: Henri Schmitt - Roger Briancourt - Interpreti: Nathalie Pascaud - Louis Perrault - Valentine Camax - A Dubois - Jacques Tati - Michèle Rolla -
Sinossi (in Tedesco): Bereits Monsieur Hulots erster Auftritt im Strandhotel ist von einem Windstoss begleitet, der alles durcheinanderwirbelt. Er hinterlässt schmutzige Fusspuren, spielt laut Musik, hat keine Tischmanieren und bringt auf der Suche nach einem Pingpongball die ganze Hotelhalle in Aufruhr. Die anderen Urlauber und der Zuschauer merken schnell: Bei dem Pfeife rauchenden Herrn herrscht das Chaos wie ein schweizer Uhrwerk. Verlässlich und mit ruhiger Präzision geht es seinen Gang. Dass es Monsieur Hulot (Jacques Tati) mit seinem klapprigen Gefährt überhaupt bis zum Strand-Hotel in der Bretagne schafft, ist ein kleines Wunder. Aber ohne Wunder würde Hulot in seiner Umgebung auch kaum überleben, denn wo immer er auftaucht, löst er Missverständnisse, Verwirrung und Unordnung aus. Dabei meint er es nur gut, ist höflich, hilfsbereit und zuvorkommend. Ausser vielleicht beim Tennisspiel, das er mit seiner einzigartigen Technik revolutioniert. Etwas ungelenk macht Hulot der hübschen Blondine Martine (Nathalie Pascaud) den Hof und schreckt dabei auch nicht vor einem gemeinsamen Ausritt zurück. Das Pferd benimmt sich allerdings noch störrischer als Hulots "Amilcar" Modell 1924. ... (Presse SF DRS)
Osservazione generali: "Manche Komiker haben sich einen speziellen Gang zugelegt: Groucho Marx mit seiner geduckten Haltung und den gleichzeitig weit ausgreifenden Schritten, Oliver Hardy mit den eleganten Tanzschritten des Schwergewichts - und Jacques Tati mit seinem vorgereckten Oberkörper und den steifen, doch federnden Beinen. Dieser Gang, seine Gestalt, der Regenschirm, das Hütchen mit der aufgestellten Krempe und die Pfeife im Mund wurden mit "Les vacances de Monsieur Hulot" zu Tatis Markenzeichen. Sein verschmitzter Humor und seine liebevoll-nostalgische Atmosphäre liessen den Film zum Komödien-Klassiker werden. "Dies ist der Film, mit dem er (Tati) in Erinnerung bleiben wird," sagt dazu der renommierte Filmkritiker Roger Ebert. Die idyllische Ferienwelt der frühen 50er-Jahre mit den schrulligen Feriengästen wirkt heute wie ein verlorenes Paradies. In dieser Welt kämpft Tati nicht nur mit der allgegenwärtigen Unbill des Alltags und den Tücken der Technik; in der Reaktion auf sein exzentrisches Verhalten fallen seine Mitmenschen oft aus ihrer Rolle. Tatis Gags sind hauptsächlich visueller Art, doch arbeitet er gerne auch mit komischen Ton- und Geräuscheffekten. Dialoge hingegen gibt es nur als Sprachfetzen; somit ist der Film auch in der (ebenfalls mehrsprachigen) Originalfassung durchaus verständlich." (Presse SF DRS)